so, mittlerweile sind wir dann auch kopfmässig in lissabon und am ende unserer radreise
angekommen. es hat einwenig gedauert aber nun ist die metamorphose von "radmensch" zu
"stadtmensch" fast abgeschlossen.
trinkflaschen weggeschmissen, trikot entsorgt, klicker aus den schuhen geschraubt, dusch- und
haargel gekauft und benutzt, nivea geschenkt bekommen und benutzt, alle taschen ausgeräumt,
grundgereinigt und eingelagert, zelte, schlafsack, isomatte und regenzeug zum letzten
mal getrocknet und eingelagert, essensmengen werden langsam runterreguliert und der
lebensrhythmus funktioniert wieder unabhängig vom tageslicht.
auf der letzten etappe von porto nach lissabon haben wir uns oft so gefühlt, als würden wir
wetter- und landschaftsmässig unsere reise nochmal im zeitraffer durchleben. es gab gegenwind
wie in holland, platzregen wie in belgien, kiefernwälder wie in frankreich, steilküsten,
serpentinen und sonne wie in nordspanien. neu war der dichte nebel den wir am vorletzten
morgen hatten. aber eigentlich war ab mittags immer gutes wetter und es waren zum
abschluss vier sehr gute tage auf schönen strassen direkt an der küste.
. ..
hohepunkt war mit sicherheit "cabo da roca". man konnte schon von weitem den felsen vor der
küste sehen und ohne uns abzusprechen oder es wirklich zu realisieren haben wir doppelt so
doll in die pedalen getreten. wir sind dann gerade noch rechtzeitig vor den ersten touribussen
angekommen um entspannt ein foto zu machen, uns ein stück an die seite zu verziehen und auf
den klippen zu frühstücken.
hier wurde uns dann erst so richtig bewusst, dass wir mit dem fahrrad da sind und dass hat sich
dann doch ein bisschen gut angefühlt...
die letzten kilometer von dort nach lissabon hatten dann ein bisschen was von "ehrenrunde
drehen". und weil wir ja sowieso schon am "drehen" waren, haben bei unserer ankunft auch
gleich zwei adrett gekleidete junge männer versucht uns sonnenbrillen und marihuana
"anzudrehen" - "äähh, não obrigado bzw. nee, digga lass ma stecken!". man kann sich wohl gut
vorstellen, dass es mit unseren rädern und taschen ziemlich schwierig ist, so zu tun als wäre man kein tourist sondern eigentlich aus lissabon und nur kurz in der mittagspause.
das eigentliche ende unserer radreise, auf dem "praça de comerçio" in lissabon hatte dann eher
wenig von jubelgeschrei und sektdusche. es war schon cool aber es hat uns auch nochmal vor
augen geführt, dass nicht die ankunft sondern vielmehr die reise das ziel war. man könnte sagen,
dass wir nicht ins ziel eingefahren, sondern eher aus dem ziel rausgefahren sind.
tja, und quasi zur "selbst-belohnung" haben wir uns dann auf empfehlung von eva (vielen dank
an dieser stelle) in ein sehr schickes hostel (lisbon lunge hostel) eingemietet. hier lassen wir jetzt
bis zum rückflug am 16.10. unsere reise ausklingen, geniessen die stadt und loungen uns durch
den tag.
und als ob unsere ankunft in lissabon nicht genug gewesen wäre, hat ini am selben tag auch noch
alex 's studienplatz gerettet (vielen dank für "operation falscher haase") und zwei unser
lieblingsblogleser sind plötzlich drei (willkommen auf der erde lilja beeke, für uns bleibst du
immer schnuppi...).
wir freuen uns schon euch bald alle wieder (oder zum ersten mal) zu sehen.
abraços de lisboa
fede.alex
2 Kommentare:
glückwunsch zu diesem sportiven manöver jungs!
schade, dass es jetzt nichts neues mehr von der 'expedition in ferne länder & kulturen' zu lesen gibt. die zwei monate vergingen wie im fluge...
freue mich euch bald mal wieder zu sehen;
bis dahin die besten grüße und eine relaxte zeit in lisboa
bruder tom
na endlich, glueckwunsch!
es gibt arbeit, fede, melde Dich sofort im buero fure belange, das lotterleben ist vorbei.
;-) ol.be.
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