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Sonntag, 28. September 2008

3.657 km - oder 157 km hinter lissabon .. eigentlich.

ups. da waren wir wohl nicht ganz so genau, als wir vor sehr, sehr langer zeit an einem sehr, sehr
weit entfernten ort google maps nach dem weg fragten. wir sind jetzt zwar schon in la coruña,
doch sagt uns das goorakel nochmal fast 1000 km bis lissabon vorraus. wir werden unsere
strecke dann mal vorsichtig auf 4.500 km nach oben korrigieren. wenn das mal reicht.

doch schon einmal hier zu sein fühlt sich ziemlich gut an. denn ab jetzt geht es nur noch richtung
süden. auch wenn die zerklüftete galizische küste noch den einen oder andern umweg für uns
parat hat fühlt man sich irgendwie auf der zielgeraden.

da in spanien die schönen radwege aus frankreich und den niederlanden weiterhin auf sich
warten lassen, waren wir bisher gezwungen hauptsächlich auf grösseren strassen zu fahren. und
wo wir jetzt die nordküste spaniens hinter uns gelassen haben zeigt sich rückblickend, dass man
zwar auf hauptstrassen am schnellsten voran kommt, dass es aber immer dann am schönsten ist,
wenn man einen kleinen abstecher an die küste macht.
es sei jedem selbst überlassen sich daraus eine kleine weisheit für das leben abzuleiten..;)


wir dachten uns, dass wir diesmal ein bisschen beschreiben,
wie so ein beispielhafter tag bei uns aussieht.

fangen wir mal an um 0:00 h nachts: jeder liegt in seinem zelt,
schläft und noch ist es muckelig warm in unseren schlafsäcken.
4:00 h - man merkt, dass es herbst ist. die temperatur im
schlafsack beginnt zu sinken. zu dumm, dass bei der reise-
planung packmass und gewicht vor komfort-temperatur gingen.
gut, dass man mitlerweile standardmässig mit socken schläft..
8:00 h - der wecker klingelt mit "be" von common und draussen
wird es langsam hell. eigentlich muss man schon seit einer
stunde zum zweiten mal pinkeln, hatte aber keine lust in die
kälte raus zu gehen. fede:"aaaalex!" alex:"jooo!"
fede:"is 8, der wecker hat geklingelt!" alex "jooo" usw..
9:00 h - die zelte sind nass eingepackt. es regnet zwar schon seit
längerem nicht mehr, dafür gibt es aber umso mehr morgentau.
erstmal frühstücken, zusammen: 1 liter milch, 2 randvolle
trangiaschüsseln müsli mit zwei bananen und einem apfel.
gerne auch noch nüsse oder änlichen "müsli-pimp".
10:00 h - zähne sind geputzt, wir schwingen uns auf die räder
und fahren mitlerweile schon mal 50 km am stück. das war
am anfang anders, da haben wir sehr viel mehr kleinere pausen
gemacht. die tageskilometer sind seitdem eigentlich gleich
geblieben, nur das wir jetzt morgens und abends mehr zeit haben.
ca. 14:00 h - shopping! der tägliche supermarkt besuch liegt an.
einer bewacht die räder, der andere kauft genug für 4 personen ein.
danach geht es mit prallgefüllten taschen auf die suche nach
einem schönen mittagessen-spot.
ca. 16:30 h - das gewicht ist umverteilt. taschen leerer,
bäuche voller. zum beispiel mit: 2 broten, 2 packungen frischkäse,
4 Tomaten und einer grossen packung schinken. gewürzsalz
und pfeffer nicht zu vergessen..
an süssen tagen (eigentlich nur gestern) auch gerne mal:
2 baguettes, ein glas nutella, 5 bananen und ein apfel.
unter uns.. einmal in paris haben wir auch eine packung smacks,
eine packung nesquik schoko-balls und 2 liter milch gefrühstückt..
aber wir sind ja nicht hier um mit unseren mägen anzugeben.
ach ja, zelte wurden natürlich auch noch während der mittagspause getrocknet.
ca. 19:30 h - wir sind nochmal 40 - 50 km gefahren und machen
uns auf die suche nach einem netten schlafplatz. mit dem wir in
letzter zeit eigentlich immer sehr viel glück hatten. dort wird dann
als erstes gekocht.
zum beispiel: couscous mit zwiebelspeckknoblauchpilzsahnesosse.
man war das lecker..
ca. 21:30 h - es wird dunkel. wir haben uns an die tageszeiten angepasst
und schleichen mal mehr, mal weniger heimlich zu dem ort, an dem wir
mal mehr, mal weniger legal unsere zelte aufschlagen wollen.
tja, und so gegen 22:30 h heisst es dann auch schon:
" ich wünsch dir eine warme nacht." "ich dir auch"

was hier jetzt natürlich fehlt, sind die vielen kleinen und grossen dinge die unregelmässig über
die tage verteilt passieren und die so zu sagen unserer tour die würze geben..

wir hoffen mal, das war jetzt nicht zu lang, uns reicht es jedenfalls für heute. werden uns jetzt
schön in unser eigenes zweibettzimmer mit bad, balkon, vorraum, tv und telefon verziehen. das
ganze für unglaubliche 12€ pro person.. wenn das mal kein schnäppchen ist.

buenas noches

fede.alex

@lars: wir sind noch nicht gesurft. irgendwie war uns nicht so danach. vielleicht kommt das ja noch in lissabon..

@sebu: so wie es aussieht, seid ihr wohl früher in portugal als wir. dann könnt wahrscheinlich auch eher ihr uns tipps geben als umgekehrt..;)

Sonntag, 21. September 2008

tag 39 - santander

¡hola!

da sind wir schon wieder. haben das baskenland hinter uns gelassen und sind nun in spanien
angekommen (zumindest sagen das die fahnen die an den häusern hängen). in den letzten tagen
wurde immer wieder deutlich, dass der konflikt um die unabhängigkeit des baskenlandes
immernoch aktuell ist. zum beispiel war direkt bei unserer einfahrt nach spanien das
landesschild angesprüht. in den städten hinter der grenze wurden spanische worte auf schildern
übergemalt (alle schilder sind zweisprachig, baskisch und spanisch) und an vielen orten hingen
transparente die freiheit für gefangene unabhängigkeitskämpfer forderten.
wir haben das landesschild und die transparente zwar fotografiert, fanden es aber problematisch
sie online zu stellen ohne genau zu wissen, was darauf steht.

lustig war der alte mann, den wir auf einer bergstrasse getroffen haben. nach dem er uns gefragt
hat, wo wir denn hin wollen und erzählt hat, dass ja sooo viele pilger in der region unterwegs
sind, schaute er sich um, ob auch niemand in der nähe ist der ihn hören könnte. dann hat er uns
verraten, dass er kein spanier ist sondern baske und das: "hola, chika bonita" auf baskisch
"kaixo, neska polita" heisst. leider hatten wir nicht mehr die gelegenheit unsere neuerworbenen
sprachkenntnisse anzubringen..

vorgestern hatten wir grosses glück bei der schlafplatzsuche! eigentlich wollten wir auf einer
weide schlafen, wurden dann aber eingeladen im garten zu zelten.. und abendbrot zu essen.. und
zu frühstücken.. es super nett und sehr, sehr lecker. haben einen schönen abend mit francisca,
kepa und aser verbracht.. muchas gracias!

zum schluss bleibt noch zu sagen, dass die küste nordspaniens wirklich schön ist. beindruckende
steilwände wechseln sich mit kleinen sandbuchten ab. insgesamt hat die küste dadurch für uns
mehr charakter als die häufig ziemlich touristischen sandstrände südfrankreichs. auch wenn das
bedeutet, das es des öfteren mal bergauf geht.

aber auf jeden schweisstreibenden anstieg folgt eine erfrischende abfahrt..

in diesem sinne

federico e alessandro

Donnerstag, 18. September 2008

kaixo eta egun on / hola y buenos dias

kurzer bericht aus donostia / san sebastian.

wir sind gestern abend hier angekommen und haben uns nach dem schwimmen aus angst vor
schlechtem wetter direkt in einem hostel verkrochen. nach dem schwimmen war der wind dann
doch kräftig, die wolken sehr dunkel und bei uns beiden hat es sich sehr doll nach gewitter
angefühlt. naja, letztendlich war es doch nur eine laue sommernacht. aber dafür gab es zum
ersten mal seit nantes wieder eine heisse dusche und heute einen entspannten tag in der stadt.
und den haben sich unsere beine auch verdient. wir hatten gestern die erste und hoffentlich
einzige bergetappe. es ging hoch auf fast 500m, was jetzt erstmal nicht so viel klingt. aber für
uns schwerbeladene flachland-flitzer fühlte es sich eher nach 5000m an. aber dafür wurde das
ganze dann mit herrlichem ausblick beim mittagessen und einer fixen, ca. 10 km
langen abfahrt nach san sebastian belohnt..
die Pyrenäen heissen bei uns seit dem übrigens pyre-neeeeee-n!

kleiner nachtrag zu unserem zini-gewinnspiel: es gibt zwei 1te sieger. bibi bekommt
natürlich auch eine karte aus lissabon. wir hatten ihren eintrag zunächst übersehen, aber auf
diesem wege zumindest gemerkt, dass man auch direkt zu den fotos bei picasa kommentare
schreiben kann..

ach übrigens, auch wenn wir jetzt zum ersten mal auf kommentare geantwortet haben, freuen
wir uns jedesmal wie zwei sonnenkinder über jeden einzelnen eintrag. es ist immer wieder schön
etwas aus der heimat (oder auch von anderswo) zu hören.. danke schön!

jetzt werden den rest des tages die beine hochgelegt und morgen geht die fahrt dann weiter
(vielleicht sogar über die nord-route des pilgerwegs nach santiago de compostela). näxtes ziel
zunächst: bilbao.

gero arte / hasta luego

alex.fede

Dienstag, 16. September 2008

nochmal aus frankreich..

hey,
ein letztes mal aus frankreich. sind vor ca. 3 stunden in biarritz angekommen. is schick hier,
sowohl schick im sinne von schön und schick im sinne von schick.. haben noch 10min bis das
internetcafe schliesst deshalb koennte es ein ein bischen abgehetzter eintrag werden oder es
könnten ein paar bildunterschriften fehlen..

zuerstmal herzlichen glückwunsch an ela! der wurm heisst zini und als wir es gelesen haben war es uns auch sofort wieder klar. wie konnten wir das vergessen? damit ist sie die gewinnerin einer
postkarte aus lissabon..jippi!

die letzten tage waren echt super, wir haben es ein bisschen ruhiger angehen lassen. sind
weniger kilometer gefahren und waren dafür mehr am strand und sind geschwommen bzw.
haben uns von den atlantikwellen durchspülen lassen. ausserdem sind wir sehr viel durch
kiefernwälder gefahren die sich praktisch über die komplette südliche, französische atlantikküste erstrecken. man glaubt kaum, wie dunkel es um 22h sein kann wenn ein paar kilometer um einen herum nur wald ist.. am anfang war es auch, sagen wir mal: abenteuerlich
bis lustig und wir haben uns sogar noch grusel-geschichtchen erzählt. als dann aber ein
wildschwein direkt neben uns im gebüsch gegrunzt hat wären wir vor schreck fast vom rad
gefallen und sind die nächsten paar hundert meter erstmal 10km/h schneller gefahren..
- obwohl da auch nur dunkler wald, randvoll mit wildschweinen war.

was wirklich super ist, sind die leute die uns begegnen. wenn wir nach dem weg oder nach
schlafplätzen gefragt haben, haben wir durchweg gute erfahrungen gemacht. die überwiegende
mehrheit der leute ist super hilfsbereit und freundlich. und wenn wir mal bei wind und regen in
einer bar gefragt haben, ob wir ausnahmsweise unser mitgebrachtes essen essen dürfen, weil es
draussen so kalt und ungemütlich ist, haben sich die angestellten fast mehr sorgen um uns
gemacht, als wir selbst..
viele andere radfahrer, die uns entgegen kommen wünschen uns eine gute reise und courage
scheint hier das wort zu sein, für jemanden der so viel gepäck dabei hat wie wir..
bei den hupenden autos, mit jugendlichen, die aus dem fenster schreien, sind wir uns noch nicht
ganz sicher, ob sie uns anfeuern oder sich lustig machen. wir gehen einfach mal von ersterem
aus.

sorry, we're closing in 5 minutes.. das internetcafe schliesst und für uns gibt's gleich noch galette,
das haben wir nämlich bisher versäumt zu essen und morgen geht's ab nach spanien.

hablas espagnol?

fede.alex

Dienstag, 9. September 2008

tag 27 - la rochelle

hallo familie, freunde und heimliche blogleser,
wir sind in la rochelle. sind hier heute gegen frühen abend angekommen, haben lecker baguette
mit camembert und marmelade im sonnenuntergang gegessen (siehe fotos) und dann sogar noch
ein internet-café gefunden, das bis spät in die nacht geöffnet hat.

haben eben grad viele bilder online gestellt, unter anderem auch noch welche aus paris
(copyright @ chris - sind bei den parisbildern einsortiert)

wir sind von paris aus nach orleans und von dort (vor allem im regen) an der loire entlang
gefahren und nun geht es seit 3 tagen die atlantikküste herunter. die fotos und blogeinträge
spiegeln es bis jetzt noch nicht so wieder, aber es gab in den letzten tagen doch einige momente,
in denen eher durchhalten statt geniessen angesagt war. wir wollen hier natürlich nicht
rumheulen aber wenigstens mal ehrlich sein. wenn man eine gefühlte woche im regen gegen
gegenwind gegenan fährt, friert und ein nasses Zelt in der tasche hat kommt einem schonmal die
idee sich einfach in einen zug zu setzen und 500 km in den süden zu fahren (oder nach haus, dvd
zu gucken und in bastis bett abzuhängen). in solchen momenten geraten dann der ehrgeiz und
das bedürfnis nach sommerurlaub in einem schon mal aneinander..

aber selbst wenn man bei regen und sturm an der atlantikküste ankommt und eigentlich direkt
baden gehen wollte, fühlt es sich dann trotzdem gut an mit regenklamotten im wind zu stehen..

die letzten beiden tage (mit ausnahme von heut vormittag) haben dann gezeigt, dass es doch
noch anders geht und wie cool es sein kann im sonnenschein direkt am wasser entlängs zu
fahren. und auch wenn es sich jedesmal wieder so anfühlt, als würde es nie, niiiieeeee,
niiieeeeeemals wieder aufhören zu regnen, bleiben wir trotzdem zuversichtlich und hoffen auf
besseres wetter - meisstens jedenfalls..

es gibt natürlich auch noch andere themen als das wetter, aber weil wir den ganzen tag draussen
sind, wird es schon zu einem zentralen punkt und es ist beeindruckend wie stark die laune von so
etwas abhängig sein kann.

so, das war dann der wetterbericht und wir geloben an dieser stelle, künftig höchstens noch
kurze kommentare über das wetter abzugeben..

gruesse von der küste

alex.fede

Montag, 8. September 2008

nur mal kurz

salut alle zusammen,
wir sind in les sables d'ollone und haben das erste mal seit 7 tagen gutes wetter
(und dass fühlt sich sehr gut an). wollten nur kurz schreiben dass wir wohl auf sind,
schon mit den füssen im atlantik waren und bei so viel sonne, nach so viel regen,
schon ein bisschen glühen.
jetzt geht es direkt weiter richtung la rochelle und beim nächsten internet-stop posten
wir wieder ein paar bilder und schreiben mehr..

hui.. und schon düsen wir wei...

0176.600 14 796

ich bin nicht mehr mobil..

nun ist es soweit. nach 2maliger automatischer vertragsverlängerung hab ich es endlich geschafft.
der abschied war schwer nach so langer gemeinsamer zeit - aber wir haben uns getrennt.
meine neue nummer kommt dann irgendwann ende oktober..

sollte was wichtiges sein. gern eine sms an Lexi +49.151.56 66 16 98
oder per mail: el.fede@web.de

natürlich könnt ihr auch hier kommentare loswerden.

au revoir. fede