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Samstag, 11. Oktober 2008

angekommen

so, mittlerweile sind wir dann auch kopfmässig in lissabon und am ende unserer radreise
angekommen. es hat einwenig gedauert aber nun ist die metamorphose von "radmensch" zu
"stadtmensch" fast abgeschlossen.
trinkflaschen weggeschmissen, trikot entsorgt, klicker aus den schuhen geschraubt, dusch- und
haargel gekauft und benutzt, nivea geschenkt bekommen und benutzt, alle taschen ausgeräumt,
grundgereinigt und eingelagert, zelte, schlafsack, isomatte und regenzeug zum letzten
mal getrocknet und eingelagert, essensmengen werden langsam runterreguliert und der
lebensrhythmus funktioniert wieder unabhängig vom tageslicht.

auf der letzten etappe von porto nach lissabon haben wir uns oft so gefühlt, als würden wir
wetter- und landschaftsmässig unsere reise nochmal im zeitraffer durchleben. es gab gegenwind
wie in holland, platzregen wie in belgien, kiefernwälder wie in frankreich, steilküsten,
serpentinen und sonne wie in nordspanien. neu war der dichte nebel den wir am vorletzten
morgen hatten. aber eigentlich war ab mittags immer gutes wetter und es waren zum
abschluss vier sehr gute tage auf schönen strassen direkt an der küste.

. ..

hohepunkt war mit sicherheit "cabo da roca". man konnte schon von weitem den felsen vor der
küste sehen und ohne uns abzusprechen oder es wirklich zu realisieren haben wir doppelt so
doll in die pedalen getreten. wir sind dann gerade noch rechtzeitig vor den ersten touribussen
angekommen um entspannt ein foto zu machen, uns ein stück an die seite zu verziehen und auf
den klippen zu frühstücken.
hier wurde uns dann erst so richtig bewusst, dass wir mit dem fahrrad da sind und dass hat sich
dann doch ein bisschen gut angefühlt...

die letzten kilometer von dort nach lissabon hatten dann ein bisschen was von "ehrenrunde
drehen". und weil wir ja sowieso schon am "drehen" waren, haben bei unserer ankunft auch
gleich zwei adrett gekleidete junge männer versucht uns sonnenbrillen und marihuana
"anzudrehen" - "äähh, não obrigado bzw. nee, digga lass ma stecken!". man kann sich wohl gut
vorstellen, dass es mit unseren rädern und taschen ziemlich schwierig ist, so zu tun als wäre man kein tourist sondern eigentlich aus lissabon und nur kurz in der mittagspause.

das eigentliche ende unserer radreise, auf dem "praça de comerçio" in lissabon hatte dann eher
wenig von jubelgeschrei und sektdusche. es war schon cool aber es hat uns auch nochmal vor
augen geführt, dass nicht die ankunft sondern vielmehr die reise das ziel war. man könnte sagen,
dass wir nicht ins ziel eingefahren, sondern eher aus dem ziel rausgefahren sind.

tja, und quasi zur "selbst-belohnung" haben wir uns dann auf empfehlung von eva (vielen dank
an dieser stelle) in ein sehr schickes hostel (lisbon lunge hostel) eingemietet. hier lassen wir jetzt
bis zum rückflug am 16.10. unsere reise ausklingen, geniessen die stadt und loungen uns durch
den tag.

und als ob unsere ankunft in lissabon nicht genug gewesen wäre, hat ini am selben tag auch noch
alex 's studienplatz gerettet (vielen dank für "operation falscher haase") und zwei unser
lieblingsblogleser sind plötzlich drei (willkommen auf der erde lilja beeke, für uns bleibst du
immer schnuppi...).

wir freuen uns schon euch bald alle wieder (oder zum ersten mal) zu sehen.

abraços de lisboa

fede.alex

Donnerstag, 9. Oktober 2008

tag 57

wäsche in der maschine, frischgeduscht und angekommen.

wir sind da!


alex.fede.lissabon

Sonntag, 5. Oktober 2008

tag 53 - porto

bom dia,

nach zwei sehr entspannten tagen in porto (wir hatten ein sehr cooles hostel
www.portodowntownhostel.com) machen wir uns jetzt gleich auf zur letzten etappe nach
lissabon. da werden wir dann eine woche bleiben und urlaub von den ferien machen.
wir sind gespannt wie es wird, nochmal die letzten nächte im zelt zu schlafen. denn die tage hier
in porto waren eher entspannt und komfortabel.. nicht das wir verweichlicht sind?

witzig, dass sich dieses strecke (immerhin ca. 350 km) anfühlt wie: lass mal kurz runterradeln..
werden trotzdem versuchen, diese letzten tage unserer radreise zu geniessen und einfach
nochmal das zu tun, was wir die vergangenen wochen getan haben: ordentlich strampeln, das
land und die leute sehen, draussen sein und schöne plätze zum essen und schlafen suchen.

portugal gefällt uns beiden bis jetzt sehr gut. und auch wenn man direkt nach der grenze schon
unterschiede zu spanien gemerkt hat (z.B. noch mehr müll an den strassen) waren die übergänge
von einem land zum anderen häufig eher fliessend. zumindest wenn man sich so langsam
fortbewegt wie wir. so wird in galizien zum beispiel galego gesprochen, was sich für uns anhörte
wie eine mischung aus spanisch und portugiesisch. und natürlich ändert sich die küste auch nicht
auf einen schlag. die steilküsten wurden schon in galizien langsam flacher und hier in portugal
sind die strände eigentlich nur noch von felsen umgeben.
obwohl es eigentlich dem vorurteil entspricht, dass man von südlichen ländern hat, waren wir
beide überrascht, mit welcher selbsverständlichkeit die leute hier ihren müll auf die strasse
werfen. bitte nicht falsch verstehen, es liegt natürlich nicht überall müll rum, aber das foto von
dem mc donald's-parkplatz zeigt wohl recht deutlich wovon wir sprechen.
ansonsten hat portugal eine sehr sympatische mischung aus alt und neu zu bieten. schrottige
motorroller, alte frauen die sich mit der spitzhacke durch den acker vor ihrem haus graben und
wi-fi auf öffentlichen plätzen in porto.

mal sehen, wie sich dieser sehr frische eindruck von portugal noch entwickelt. und wie sich
lissabon von porto unterscheidet, denn zumindest die einheimischen hier haben uns beteuert,
dass porto arbeitet und lissabon das schwerverdiente geld ausgiebt..

so, rein in die fahrradbüx, taschen angedengelt und rauf auf den bock. wir melden uns wieder
nach der sektdusche, wenn die schwarz weiss karrierte flagge in lissabon geschwungen wurde.

bis dahin habt euch lieb und fühlt euch gedrückt.

wir